Pressemitteilung IG Metall kritisiert Connemanns Arbeitszeitpläne

Der Ortsvorstand der IG Metall Leer-Papenburg reagiert mit Unverständnis auf die Äußerungen der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann zur geplanten Verschlechterung des Arbeitszeitgesetzes.

Drei IG-Metall-Wecker


Der Ortsvorstand der IG Metall Leer-Papenburg wirft der CDU-Politikerin vor, die Lebensrealität von Millionen Beschäftigten nicht zu kennen. „Wer den Menschen 13-Stunden-Tage und die Abschaffung von Arbeitnehmerrechten als notwendige Reformen verkauft, streut Ihnen Sand in die Augen“, sagt Thomas Gelder, 1. Bevollmächtigter. Im Ergebnis könne das einseitige Verlängerungen von Arbeitstagen für die Beschäftigten zur Folge haben. „Wenn sich solche Pläne durchsetzen, würde die Lebenszeit vieler Beschäftigten allein in der Hand des Arbeitgebers liegen“, erklärt Gelder. Darin sieht die IG Metall einen massiven Eingriff in das Familienleben der Menschen. „Die Abgeordnete hat scheinbar selbst nach ihrem Lifestyle-Teilzeit-Fiasko noch nicht verstanden, dass die Familien auf Ratschläge zur Gestaltung ihres Privatlebens verzichten können.“

Auch die Behauptung, längere tägliche Arbeitszeiten würden die Wirtschaft stärken, weist die IG Metall entschieden zurück. „Tatsächlich leisten die Beschäftigten in Deutschland bereits jährlich etwa 1,3 Milliarden Überstunden. Der eigentliche Skandal ist, dass mehr als die Hälfte davon unbezahlt sind.“, kritisiert Gelder. Mit Blick auf die Aussagen der CDU-Politikerin stellt sich der Ortsvorstand der IG Metall die Frage, ob Frau Connemann noch die Interessen der Menschen, die sie gewählt haben, im Blick hat. Die IG Metall verweist darauf, dass flexible Arbeitszeitmodelle bereits heute die Praxis sind. Das geltende Arbeitszeitgesetz erlaubt Arbeitszeiten von bis zu zehn Stunden täglich, wenn die gesetzlichen Ausgleichsregelungen eingehalten werden. Eine Gesetzesänderung sei deshalb überflüssig.

Statt Schutzrechte abzubauen, fordert die IG Metall eine Stärkung der Tarifbindung und der Mitbestimmung. „Gute Arbeitszeitmodelle entstehen am Verhandlungstisch zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften und nicht durch politische Eingriffe zulasten der Beschäftigten.“