Pressemitteilung Gegen die Rente mit 70!

Die IG Metall Leer-Papenburg kritisiert neue Diskussionen über eine mögliche Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 scharf.

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Leer/Papenburg - Die IG Metall Leer-Papenburg kritisiert neue Diskussionen über eine mögliche Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 scharf. Für die Gewerkschaft steht fest, dass eine weitere Erhöhung des Rentenalters ein Schlag ins Gesicht für die Beschäftigten in Deutschland wäre. „Wer heute über die Rente mit 70 spricht, ignoriert die Lebensrealität der Beschäftigten vollständig“, sagt Thomas Gelder, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leer-Papenburg. Schon jetzt erreichten viele Arbeitnehmer das reguläre Rentenalter nicht und müssten vorzeitig mit Abzügen in Ruhestand gehen. „Die Rente mit 70 ist nichts anderes als eine Rentenkürzung“, erklärt Gelder. „Wer will, dass Beschäftigte länger arbeiten und dafür im Alter weniger bekommen, sägt am sozialen Frieden in unserem Land.“

In den jüngsten Vorschlägen der Rentenkommission sieht die IG Metall die Spitze einer grundsätzlichen Fehlentwicklung. Ihre Kritik richtet sich an die generelle Richtung der aktuellen Reformdebatten. „Immer wenn über Reformen gesprochen wird, sollen die Beschäftigten verzichten, mehr zahlen oder länger arbeiten“, kritisiert Gelder.

 „Wer sein ganzes Leben im Betrieb schuftet, hat Respekt und einen würdevollen Ruhestand verdient und nicht solche Vorschläge“, so Gelder. Die gleichen Leute, die die Rente mit 70 fordern, sind die ersten, die sich von älteren Kolleginnen und Kollegen trennen oder sie erst gar nicht einstellen. Das passt hinten und vorne nicht zusammen.“

Statt die Beschäftigten bis zum Umfallen arbeiten zu lassen, fordert die IG Metall eine Stärkung der gesetzlichen Rente und eine solidarische Finanzierung, an der sich alle Erwerbstätigen beteiligen. „Auch Beamte, Politiker und Selbständige müssen ihren Beitrag zu unserem Sozialstaat leisten“, findet Gelder. Aus Sicht des Gewerkschafters würden echte Reformen dafür sorgen, die Menschen schon während ihres Erwerbslebens besserzustellen. Viele Beschäftigte könnten heute keine ausreichenden Rentenansprüche aufbauen, weil sie in unfreiwilliger Teilzeit sind, sich prekärer Beschäftigung befinden oder ohne Berufsausbildung dastehen. „Hier sollten echte Reformen ansetzen und nicht am Portemonnaie der Beschäftigten.“